
Nach zwei Jahren und vier Monaten verstärkter Überwachung wurde das Fürstentum Monaco am 30. Oktober 2026 offiziell von der Grauen Liste der Financial Action Task Force (FATF) gestrichen. Die Entscheidung markiert einen bedeutenden Meilenstein für den Finanzplatz Monaco und würdigt die umfassenden Reformen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.
Eine historische Entscheidung für das Fürstentum
Auf ihrer Plenarsitzung in Paris bestätigte die Financial Action Task Force (FATF) die Streichung Monacos von der Liste jener Länder und Gebiete, deren Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung strategische Defizite aufweisen.
Seit Juni 2024 stand das Fürstentum unter verstärkter Beobachtung und setzte schrittweise eine Reihe gesetzlicher, justizieller und administrativer Reformen um, um den internationalen Anforderungen gerecht zu werden.
Bereits Anfang September 2026 hatten Prüfer der FATF Monaco besucht, um die erzielten Fortschritte vor Ort zu bewerten.
Die Entscheidung vom 30. Oktober bestätigt, dass Monaco die Verpflichtungen seines Aktionsplans erfüllt hat und nicht länger dem verstärkten Überwachungsverfahren der FATF unterliegt.
Internationale Anerkennung für Fortschritte in sechs Bereichen
Die FATF würdigte insbesondere die Verbesserungen, die Monaco in sechs zentralen Bereichen erzielt hat.
Das Fürstentum hat sein Verständnis der Risiken im Zusammenhang mit Geldwäsche und internationaler Steuerkriminalität vertieft und gleichzeitig seine Bemühungen verstärkt, im Ausland befindliche Vermögenswerte aus kriminellen Aktivitäten aufzuspüren und zu beschlagnahmen.
Darüber hinaus wurden die Durchsetzung administrativer Sanktionen und die Kontrolle der Transparenzpflichten hinsichtlich der wirtschaftlich Berechtigten verbessert.
Parallel dazu wurden die Kapazitäten der monegassischen Finanzaufsichtsbehörde, der Autorité Monégasque de Sécurité Financière (AMSF), erheblich ausgebaut. Dadurch konnte insbesondere die Bearbeitung von Verdachtsmeldungen optimiert werden.
Auch die Justiz erhielt zusätzliche personelle und organisatorische Ressourcen, insbesondere für Richter und Staatsanwälte, die mit komplexen Finanzermittlungen befasst sind.
Schließlich hat Monaco die Beschlagnahmung von Vermögenswerten intensiviert, die mutmaßlich aus kriminellen Aktivitäten stammen.
Deutlich gestärkte Finanzaufsichtsbehörde
Die Autorité Monégasque de Sécurité Financière (AMSF), unter der Leitung von Bruno Dalles, dem ehemaligen Leiter der französischen Finanzermittlungsbehörde Tracfin, nimmt inzwischen eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung der Finanzkriminalität in Monaco ein.
Die personellen Kapazitäten wurden erheblich erweitert. Bis Ende 2026 soll die Behörde über rund 80 Mitarbeiter verfügen.
Auch die Zahl der Verdachtsmeldungen ist gestiegen, insbesondere durch eine stärkere Beteiligung von Berufsgruppen außerhalb des klassischen Finanzsektors, darunter Notare und Glücksspielunternehmen.
Diese Entwicklung geht mit intensiveren Kontrollen und verbesserten Verfahren zur Bearbeitung sensibler Finanzinformationen einher.
Hohe Geldstrafen gegen Finanzinstitute
Ein entscheidender Faktor für die Streichung von der Grauen Liste war die tatsächliche Durchsetzung von Sanktionen bei Verstößen gegen die Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung.
In den vergangenen zwei Jahren wurden gegen zehn Akteure des monegassischen Finanzplatzes Verwaltungsgeldstrafen in einer Gesamthöhe von zehn Millionen Euro verhängt.
Zu den bedeutendsten Sanktionen gehören Geldstrafen gegen mehrere Banken:
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UBS Monaco: 6 Millionen Euro.
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Julius Baer Wealth Management Monaco: 1,5 Millionen Euro.
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Banque Havilland, inzwischen Moncrief Private Bank: 1 Million Euro.
Diese Entscheidungen verdeutlichen die verschärfte Finanzaufsicht und den Willen der Behörden, die geltenden Vorschriften konsequent durchzusetzen.
Mehr als 430 Millionen Euro an verwalteten Vermögenswerten
Das Fürstentum hat außerdem eine spezialisierte Stelle zur Verwaltung von Vermögenswerten eingerichtet, die im Rahmen gerichtlicher Verfahren beschlagnahmt oder eingezogen wurden.
Nach den veröffentlichten Zahlen verwaltet diese Einrichtung derzeit Vermögenswerte im Umfang von rund 434 Millionen Euro, darunter Immobilien im Wert von 167 Millionen Euro.
Diese Struktur soll die Verwaltung und Sicherung von Vermögenswerten verbessern, die Gegenstand von Verfahren zur Bekämpfung der Finanzkriminalität sind.
Ein neues Kapitel für den Finanzplatz Monaco
Die Streichung von der Grauen Liste ist ein positives Signal für das internationale Ansehen und die Glaubwürdigkeit des Finanzplatzes Monaco.
Sie unterstreicht die Fortschritte, die die monegassischen Behörden bei der Anpassung ihrer Kontrollmechanismen an internationale Standards für Transparenz und die Bekämpfung der Finanzkriminalität erzielt haben.
Diese Anerkennung bedeutet jedoch nicht, dass sämtliche Risiken beseitigt sind oder die Verpflichtungen zur sorgfältigen Überwachung entfallen.
Das Fürstentum muss seine Anstrengungen fortsetzen, um die Wirksamkeit seiner Kontrollen und Sanktionsmechanismen langfristig sicherzustellen.
Für Monaco stellt die Entscheidung einen wichtigen Schritt dar, um das internationale Vertrauen in seinen Finanzplatz und seine Institutionen weiter zu stärken.